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Schon auf den ersten Seiten entzieht uns der Autor alle Gewissheiten. Wer spricht? Wer nimmt gerade wen oder was wie durch das Auge einer Kamera wahr? Péter Nádas, der Fotograf war, bevor er Schriftsteller wurde, hat seine "Filmnovelle" aus einer Folge von poetischen und hintersinnig verspielten, skurrilen und verstörenden Bildern komponiert, die in ihrer Befremdlichkeit und Dissoziation auf ähnliche Weise faszinieren wie etwa die Filme von Peter Greenaway.Da ist ein verzweifelter junger Mann, der sich in seiner Dachkammer aus dem Fenster stürzen und dabei den eigenen Tod auf der Fotoplatte festhalten will. Und da ist eine mondäne junge Frau, die im gleichen Augenblick an der Seite eines alten Barons mit dem Ballon in die Lüfte steigt, um mit ihrer Plattenkamera Bilder von der Erde aufzunehmen, während sie wehmütig an ihren verlassenen Geliebten denkt. Im Sturm über der Bucht von Triest beendet ein epileptischer Anfall der jungen Fotografin das Unternehmen. Kornélia wird in ein Sanatorium eingeliefert, wo sie bald vergeblich versucht, sich der Welt noch durch deren genaues Ablichten zu versichern. Traum, Wahn und Wirklichkeit gehen allmählich eine unlösbare Verbindung ein. Über den Autor: Péter Nádas, 1942 geboren, Erzähler, Dramatiker, Essayist und Fotograf, lebt in Gombosszeg und Budapest. Für seinen großen Roman Buch der Erinnerung (1986, dt. 1991) wurde er u. a. mit dem Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur, dem französischen Prix du Meilleur Livre Étranger und dem Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung ausgezeichnet. Zuletzt erschienen in deutscher Übersetzung Heimkehr, Essays, sowie der Fotoband Etwas Licht (1999). |
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